Schtrigge unn Schwätze

Montag, 2. Oktober 2006
Das war defor!
Wer sich sonntags so etwa 9 - 10 Stunden mit Stricken beschäftigt, statt auch mal noch was Nützliches zu tun, hat wohl nichts besseres verdient, als daß sich abends und am nächsten Tag der Zeigefinger beschwert.

Auf der Mittelfingerkuppe züchte ich mir übrigens mittlerweile vor lauter Piekserei Hornhaut an, aber das schon länger (Rosa Däschje stand gestern nicht auf dem Programm, das durchgehend von Teststricken bestimmt war). Zwar nicht weiter verwunderlich, aber auf alle Fälle eigenartig.

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Samstag, 30. September 2006
Dies und das und Karamell und Lila
Däschje von innen

Dies ist ein Hohlraum. Man kann zumindest erkennen, daß schon Platz wäre für jede Menge kleiner Knäuel. Langsam, aber stetig wächst es rosa Däschje (ja, der bestimmte Artikel gehört genau so und nicht anders!), und auch wenn es eigenartige Falten wirft und eigentlich nur in flachgedrücktem Zustand gut aussieht, ist es mir dann doch mittlerweile gut genug. Wenn was drin ist, wird es eh unförmig aussehen, was dann bestimmt zur Peinlichkeit des gesamten Objekts paßt.

Bortenversuch

Das hier ist, wie der aufmerksame Leser hoffentlich klar erkennen kann (wehe, es behauptet eine was anderes!) - und aufmerksame Leser scheint es ja tatsächlich zu geben, wobei aber das meiste, was dazu zu sagen wäre, schon von der Garnprinzessin gesagt worden ist - die Borte von Honorine (den zufälligen Passanten, der sich fragt, woran man das bitte erkennen soll, verweise ich an meine Wunschliste).
Bin zur Abwechslung mal wieder in einer Teststrickphase und probiere die Strickschriften aus. Wobei ich mit dem vorhandenen Chart 3 nicht zurechtkomme - entweder ist da etwas verrutscht oder ich bin zu blöd. Was natürlich auf keinen Fall auszuschließen ist. Jedenfalls versuche ich mir jetzt eben selber die Strickschrift so umzumodeln, daß es was mit dem Originalfoto zu tun hat und gleichzeitig von mir gestrickt noch gut aussieht.

Schließlich noch das hier:
Sockendesignerwolle probierstrickt

Im „ich brauche schwarzen Glitzer“-Fieber OnlineShops durchsuchstöbert habend (is' das noch'n Satz?), schlich ich schon eine ganze Weile um die wunderhübsche (so leider nicht repräsentativ darstellbare) Jeans-Caramelle-Mischung aus Sandra Kreativstadls Wollhaus herum. Es dauerte eine Weile, bis ich mich entschließen konnte, schließlich mag ich normalerweise überhaupt gar fast keine melierte Wolle. Ich schätze, das ist wie mit rosa Lieblingspullundern... Und weil sich die Bestellung ja auch lohnen soll ;-)  , mußten noch zwei nahezu unmelierte mit. Für zur Abwechslung auch mal einfarbige Socken (naja, unter meinen Ringeln gibt es immerhin doch das ein oder andere dezente Paar) oder zum Bortenstricken (wozu übt man schließlich mit total zerfleddertem Recyclinggarn?) oder für da-fällt-mir-schon-was-ein.

Nochwas? Ja, ein wunderschönes lila Blog, das mich zu den heutigen arg dunklen Hintergründen veranlaßt hat - ich wage es nicht, das große Wort „inspiriert“ zu benutzen für etwas, das doch bloß mein Lieblingshemd ist (am liebsten zu tragen zum, ähem, lange nicht erwähnt, Lieblingspullunder in Täschchenrosa) und ein Pullover, in dem Mann beim besten Willen auch mit breitesten Schultern und dickstem Bauch (Psst! Ist mir so rausgerutscht! Nicht weitersagen!) ersäuft. Habe ich eigentlich schon erwähnt, daß ich Blogs mit Bildern (schönen Bildern, wohlgemerkt) sehr schätze? Wie man schließlich leicht sieht beim Überfliegen meines eigenen... verlegen hüstelnd verabschiede ich mich für heute, gehabt Euch wohl und kommt doch wieder?

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Dienstag, 26. September 2006
Die verstrickte Dienstagsfrage - Woche 39/2006
Wie viel Zeit verwendest Du so am Tag zum Stricken? Und wann strickst Du am liebsten?
will das Wollschaf wissen.

Wie lange: Ganz unterschiedlich und nicht pauschal zu beantworten. Manchmal Stunden oder den ganzen halben Tag (verstrickter Sonntag heißt das dann, kommt aber nicht allzu oft vor), manchmal gar nix. Und im Moment ein paar Runden am Tag (zzgl. ein bißchen Planung für's nächste Stück). Auch wenn das jetzt nicht gerade eine Zeitangabe ist ;-).

Am liebsten: Abends vor'm Schlafengehen. Und wenn im Radio gerade ein Hörspiel kommt (alternativ zu: abends vor dem Fernseher). Und beim Beifahren (ich drücke mich in letzter Zeit erschreckend oft vor'm selbst Fahren, um stricken zu können), allerdings geht das nur auf gerader Strecke.

Am liebsten gestrickt hätte ich gestern, als ich für meine (zur Zeit totale Geduld erfordernde) Arbeit eigentlich viel zu zappelig war. Da hätte Stricken vielleicht geholfen...

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Samstag, 23. September 2006
Nachtrag
Schließlich gehört Besserwissern und Pfefferland sowieso zusammen, zumindest für die Freunde gepflegten Männergesangs.

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Ich bring sie um....
morgen bring ich sie um....

Immer wenn ich mich grade an einem Strickstück freue - und ich meine wirklich: freue. So etwa wie: „Hach, das macht doch richtig Spaß“ oder: „Uih, das wird ja genau so, wie ich ich's geplant hab“, gar nicht zu reden von: “Das sieht ja sogar einigermaßen hübsch aus“ - also, immer wenn ich mich gerade so richtig freue, kommt sie mir in die Quere. Und mäkelt. Oder besserwissert. Überhaupt hat sie immer was zu mäkeln.
„Unter den Pulli paßt aber so kein Hemd. Das ist zu eng.“
Oder: „20 Jahre Säcke tragen reicht eigentlich. Das sollte man nochmal passend stricken“.
Oder aber: „Also mit der 4,5er Nadel gibt dieses dünne Garn ja ein beschissenes Strickbild. Geht das nicht ordentlicher? Darfst halt nicht immer zwischen Tür und Angel stricken. Probier mal, ob das Vorderteil nicht besser hinzukriegen ist, und wenn ja, kann man den Rücken doch einfach nochmal machen.“ Ja, wer hat sich denn das mit der verflixten Nadelstärke ausgedacht? Glaubt sie vielleicht, mir hat das Spaß gemacht, so einen Lappen zu stricken?
Oder gar: "Oh, ich hab da für die Tasche 'ne Idee: Ich hätte sie gerne unten etwas bauchiger. Kann man da nicht an den Schmalseiten noch ein paar Maschen zunehmen?“
Kann man. Indem man erstmal einige Runden aufribbelt, weil man schon zu weit ist für die bauchige Stelle. Und neu stricken kann man das dann auch, und wenn man dann weit genug ist, um zu sehen, ob es jetzt bauchig genug wird, kommt sie unter Garantie angerannt und sagt: „Also irgendwie hätte man die Zunahmen vielleicht doch noch 6 Runden früher machen müssen." Dann verschwindet sie wieder und läßt mich neustricken.
Ich bring sie um.... Ich laß mich scheiden.... Ich laß sie mir einfach wegtherapieren... soll sie doch ihren verfluchten Perfektionismus mitnehmen dahin, wo der Pfeffer wächst und mich meine Reissäcke alleine füllen lassen. Und wenn in mein Täschchen dann halt mangels Bauch keine runden Knäuel reinpassen, pah, dann strick ich eben nur noch aus dem Rucksack. Sie kann sich ja dann für ihren Pfeffer ihr bauchiges Täschchen selber backen...

Morgen bring ich sie um.....und bis dahin strick ich halt die gewünschten Runden neu.....

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Freitag, 22. September 2006
Es gibt Sachen, die sind so peinlich,
daß sie fast schon wieder gut sind.
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Ich fürchte (oder hoffe), in diese Kategorie fällt 's Rosa Däschje. Als ich dies gestern laut äußerte, sagte Mann (der sich tolerant immer alle Stricküberlegungen anhört und deshalb bestens informiert war über die Filzversuchs-&Nadelstärken-&Musteraussuchsentstehungsgeschichte):
„Wieso, ist doch schön. Jedenfalls sehr stabil. Da kannste jemand mit erschlagen.“
Nicht ganz abwegig, muß ich zugeben - sah es doch zunächst so aus, als strickte ich einen Bettvorleger. Oder vielmehr eine Fußmatte, wenn man vom haptischen Eindruck ausging.

Könnte auch ein Teppich sein, ist aber ein Taschenboden

Inzwischen bin ich am Wände stricken, und es legt sich mittlerweile auch ganz brav rund um die Ecke, ganz so, wie ich mir das vorgestellt hatte. Das ist natürlich toll, und auch vom Strickbild her gefällt's mir gut (auch wenn ich meinen Mittelfinger immer noch verpiekse). Aber daß ich mir das Gerät in fertigem Zustand an die Hüfte schnallen soll will, verdränge ich bisher erfolgreich.
Da ich mich in der Planung etwas gehirnamputiert benahm, war ich übrigens sehr dankbar für zwei Hinweise:
Mann bewahrte mich nämlich mit dem schlichten Satz „Aber du kannst doch ringsum Maschen aufnehmen“ vor einer saudummen Umstandskrämerei, deren genaue Bescheuertheit ich wirklich nicht öffentlich machen muß.


Auf die Idee, mangels Nadelspiel zu Rundstricknadeln zu greifen, war ich immerhin noch selber gekommen. Allerdings hätte ich mich mittlerweile wahrscheinlich schon längst mit dem Geschnüre erwürgt, wenn mir nicht irgendwann siedendheiß ein Titel aus dieser Buchausstellung wieder eingefallen wäre, und ich mich mal dran machte, nachzuzählen, ob ich wirklich alle drei 3,5er Nadeln brauche. Ein Hoch auf die Teststrickphase. Die hat mir bis jetzt größeren Schwachsinn am Original erspart. Hoffe ich. Man weiß ja nie, was man noch findet

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Dienstag, 19. September 2006
Die verstrickte Dienstagsfrage - Woche 38/2006
Das Wollschaf fragt:
Stellt Euch mal vor, es gäbe bei Euch im Ort ein Kreativhaus - das meistens geöffnet hat, in dem alle möglichen Handarbeitsgerätschaften stehen (Nähmaschinen, Spinnräder, Webstühle, Stricknadeln,....), evtl. Material, etc., in dem ab und zu Kurse zu verschiedenen Techniken gehalten werden, ansonsten ist freies Arbeiten und Treffen und Austausch möglich.

1. Würdet Ihr so ein Kreativhaus nützen und tatsächlich hingehen? Oder seid Ihr die Daheim-allein-vor-sich-hin-Arbeiter?

2. Wenn Ihr Euch wünschen könntet, wie und mit was es eingerichtet ist - wovon träumt Ihr dann?

3. Und was für Kurse möchtet Ihr dort mal gern belegen?


Ich befürchte, ich wäre so der Typ "drumrumschleichen und reinlinsen, aber nicht reingehen", ferner bin ich der Typ "alleine-vor-sich-hin-wurschteln". Mit einer Bibliothek, am besten noch mit alleine-vor-sich-hin-Sitz-und-Les-Gelegenheit könnte man mich allerdings vielleicht - nein, bestimmt - ködern.
Kurse eher keine - auch wenn ich zugeben muß, daß mir das Handwerk des Spinnens noch irgendwo im Hinterkopf rumgeht. Irgendwann mal...
...sollte ich mir allerdings zuerst halbwegs die Befähigung aneignen, eine Nähmaschine zu bedienen. Aber wahrscheinlich nicht im Kurs.

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